veröffentlicht in Afrika, Südafrika

Kultur, Life-Style, Natur und Abenteuer in einem!

Ganze fünf Tage Zeit hatten wir für die direkt am atlantischen Ozean liegende Metropole. Was für ein Luxus!

Doch auf welche Weise entdeckt man eine neue Stadt am besten? Wir entschieden uns diesmal für die Variante aus der Luft. Es ist eine recht wackelige Angelegenheit, mit dem Helikopter über die Stadt und entlang des Tafelberges zu fliegen. In Kapstadt weht stets ein kräftiger Wind. Davon aber abgesehen, ist es ein tolles Erlebnis auf die Wahrzeichen der Stadt, den Tafelberg, seine markante, plateauförmige Oberfläche, die zwölf Apostel, den Signal Hill und den Lion’s Head hinab zu blicken. In der Nähe der Victoria & Alfred Waterfront steht unverkennbar das in 2010 für die Fußball-WM erbaut Cape Town-Stadium. Den Blick aufs offene Meer gerichtet, erkennt man die ehemalige Gefängnisinsel Robben Island, auf der Nelson Mandela inhaftiert war.

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Wären wir ein bisschen besser informiert gewesen, hätten wir anschließend den Tafelberg zu Fuß bestiegen, und wären nicht mit der Seilbahn hinaufgefahren. Denn es gibt verschiedene Wanderwege auf den Berg – eigentlich sehr verlockend! Dafür sind wir hoch oben mehrere Stunden lang bei einer wunderschönen Wanderung auf unsere Kosten gekommen. Wer glaubt, dass einen nur schroffer Fels erwartet, liegt falsch. Im Frühjahr und Sommer blüht hier eine große Pflanzenvielfalt, gut ausgebaute Wanderwege führen über das Plateau zum höchsten Punkt des Tafelberges, dem Maclear’s Beacon mit 1087 m. Die Sicht auf Robben Island, auf die Innenstadt und Kap-Halbinsel auf der einen Seite und Nobel-Vororte wie Camps Bay und Clifton und die zwölf Apostel auf der anderen Seite machen Lust, noch viel mehr von dieser wunderschönen Stadt kennenzulernen.

Wer schon nicht den Tafelberg zu Fuß erklimmt, der darf sich zumindest die Besteigung des Lion’s Head nicht entgehen lassen! Er ist 669 Meter hoch und bietet aufgrund seiner Lage ziemlich genau mitten in der Stadt einen grandiosen Ausblick auf die Tafelbucht. Aber: der Aufstieg ist nichts für schwache Nerven, nur was für Trittsichere und Schwindelfreie! Eine kleine Mutprobe für Mirko! Am Fuße des Lion’s Head warnt ein Schild, die Besteigung sei auf eigene Gefahr! Vom kleinen Parkplatz aus führt zunächst ein breiter, leicht ansteigender Weg hinauf, vorbei an einigen Bäumen und einer Paragliding Station. Spiralförmig arbeiten wir uns bei 32 Grad und null Schatten auf dem gut markierten, aber mittlerweile viel engeren, steinigen Weg hinauf. Der Schweiß fließt. Stahlketten und Leitern helfen bei einigen Kletterpassagen und geben Halt und Sicherheit bei abschüssigen und gefährlichen Stellen. Bloß nicht runtergucken! Nach rund 90 Minuten ist es geschafft: wir stehen oben auf dem Fels, strecken die Arme von uns und lassen uns vom erfrischenden Wind trocknen. Wow, was für ein Panorama! Die schweißtreibende Kletterpartie war’s wert! Den Kalorienverlust kann man in Kapstadt übrigens auf äußerst angenehme Weise wieder ausgleichen. Selten haben wir so gut und so günstig gegessen wie in Südafrika. Besonders Fleischliebhaber kommen auf Ihre Kosten. Springbock und Kudu sind köstlich!!

Der darauffolgende Tag steht ganz im (Frage-) Zeichen der Kapumrundung. Fährt man nun im oder gegen den Uhrzeiger-Sinn? Möchte man die Nobel-Vororte Kapstadts oder eher die Badeörtchen im Sonnenschein besuchen? Wir entscheiden uns frühmorgens für den Uhrzeiger-Sinn und machen den ersten Kaffeestopp in Muizenberg, einem berühmten Badeort mit langem Sandstrand, kunterbunten Badehäusern und idealen Surfbedingungen. Diese “idealen Surfbedingungen” in der False Bay können jedoch beizeiten auch mal durch Weiße-Hai-Sichtungen und dementsprechend ausgelösten Alarm unterbrochen werden. Nicht gerade vertrauenserweckend, aber dafür sicherlich hilfreich, sind die zahlreichen Flaggen und Hinweisschilder, die über Haie generell sowie eine akute Gefahr informieren. Für die Sicherheit an den Kapstädter Stränden sind „Shark Spotter“ zuständig. Sie stehen tagsüber mit Ferngläsern an höher gelegenen Aussichtspunkten und lösen Alarm aus, sobald sich ein Hai dem Ufer nähert. Unser Haitauchen-Guide erklärte uns aber ein paar Tage später, dass die von Shark Spottern erspähten Haie nur ein Bruchteil der tatsächlich im Wasser „anwesenden“ Haie sind. Angesichts dieser Tatsache und der dennoch verschwindend wenigen Unfälle braucht wohl niemand wirklich Angst vor diesen tollen Tieren haben!

Keine 20 Minuten entfernt lohnt sich ein kurzer Besuch in Simons Town in einer stationären Kolonie von Brillenpinguinen, die sich dort vor vielen Jahren niedergelassen hat. Vielleicht seht ihr dort ja auch „Happy Foot“. Den kleinen Pinguin, der mit nur einem Fuß über den Strand watschelt. Er wird unsere Hai-Theorie wohl nicht bestätigen wollen. Aber zu lange sollte man sich dort nicht aufhalten, denn die Serpentinenstraßen entlang der Küste nehmen recht viel Zeit in Anspruch. Zum einen aufgrund der zahlreichen Fotostopps und zum anderen aufgrund manch einer Stau verursachenden Attraktion am Wegesrand, wie einem Baboon/Pavian. Dieser Affe gilt als nicht ganz ungefährlich. Habt also acht auf Euren Proviant! Naturliebhaber kommen hier jedenfalls voll auf ihre Kosten. Lange Sandstrände mit dicht bewachsenen, riesigen Dünen, Palmenwälder und wenn man zur richtigen Zeit – also zwischen August und Dezember – die Küste entlang reist, kann man z.B. auch Buckel- und Glattwale bei ihrer Kapumrundung beobachten. Endlich am Cape Point angekommen, am Südende der Kap-Halbinsel, gelangt man am berühmten Schild „Cape of Good Hope“ vorbei, über einen ansteigenden, aber gut zu laufenden Steinweg zum berühmten Leuchtturm. Die Aussicht ist gigantisch – und der Wind beachtlich!! Von einer hohen und steilen Klippe aus blickt man auf klares, dunkelblau-grün-türkisfarbenes Wasser, brechende Wellen, den Horizont und strauchbewachsene Dünen und Hügel. Ein Panorama, das man auch aus verschiedenen Blickwinkeln bestaunen kann. Denn das eigentliche Kap der guten Hoffnung liegt ein paar hundert Meter weiter westlich. Dorthin gelangt man über einen abzweigenden Wanderweg entlang der Klippen. Die „walks“ sind gut markiert. Trittsicherheit ist jedoch gefragt, denn auch wenn schwer begehbare Passagen mit Holzwegen ausgelegt sind, heißt dies nicht, dass diese sonderlich sicher sind.

Nach ein paar Stunden Aufenthalt, dauert es nicht lange und das nächste Highlight (es sei denn man ist nicht kurvenfest!) wartet auf einen. Geschützt zwischen hohen Felsenwänden und steil herabfallenden Klippen, beginnt der Chapman’s Peak Drive, eine 9km lange, schmale aber traumhafte Küstenstraße mit insgesamt 114 Kurven. „Chappie“ ist nicht nur bei Regen mit Vorsicht zu genießen – hier können sich auch Raser nicht viel schneller durchschlängeln, als mit der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Wir sind unter anderem auch deswegen die Kapumrundung im Uhrzeigersinn gefahren, um diese Straße bei Sonnenuntergang genießen zu können. Unter einem brechen die gewaltigen Wellen des Atlantiks mit voller Wucht gegen die Klippen und dennoch sieht man zu seiner Linken an einigen Strandabschnitten todesmutige Surfer, die auf die perfekte Welle warten oder schon auf ihr reiten. Zu seiner Rechten hingegen – je mehr man sich Kapstadt nähert – moderne, prunkvolle Ferienhäuser und Villen der Stadtteile Sea Point, Clifton, Camps Bay bis hin nach Hout Bay. Wer hier wohnt hat es geschafft! Fast in Kapstadt angekommen, ragen dann noch hoch über einem die beeindruckenden Steilhänge des Tafelbergs, auch bekannt als „die Zwölf Apostel“ – was penibel betrachtet falsch ist, denn eigentlich sind es 18 Felsen.

Ein ereignisreicher, sonniger Tagestrip geht zu Ende. Wenn man sich – wie in vielen Reiseführern beschrieben – für ein Sonnenuntergangs-Picknick auf dem Signal Hill entscheidet, dann sollte einem bewusst sein, dass man hier oben nicht alleine ist. Gegen Abend strömen hunderte Touristen und Einheimische auf den Berg. Zu Fuß, mit dem Rad und mit Bussen.

Nach 5 Tagen Kapstadt brechen wir auf, um die Gardenroute zu „erfahren“. Schade, dass wir nicht noch mehr Zeit in Kapstadt, unserer Traumstadt am südlichen Zipfel Afrikas, verbringen konnten.

Tipps:

  • Hier brennt die Sonne einem ein Loch in den Pelz. Auf den Tafelberg oder den Lion’s Head solltet Ihr nur mit Kopfbedeckung und ausreichend Wasser!
  • Die Kap-Umrundung im Uhrzeigersinn startet. Dann kann man den Sonnenuntergang an der Westseite erleben.
  • Unbedingt auf den Lion’s Head klettern. Fast noch besser als auf den Tafelberg rauf!
2 Kommentare
  1. Cordula schrieb
    24. November 2014 - 15:07:15

    Macht ein Mietwagen in Kapstadt eigentlich Sinn? Und sind am Lion’s Head eigentlich viele Touristen unterwegs?

    Liebe Grüße,

    Cordula

    • Mirko schrieb
      25. November 2014 - 07:42:38

      Hi Cordula,
      wir denken schon, dass ein Mietwagen Sinn macht. Viele Highlights, Restaurants und die Strände oder das Kap sind nur mit dem Wagen zu erreichen. Ausserdem ist eine Fahrt nachmittags über den Chapman’s Peak Drive wunderschön.
      Auf dem Lion’s Head waren nur eine Handvoll Touristen und ein Einheimischer der jeden Abend hochläuft. Viele Grüße und berichte uns von Deiner Reise!


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