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Eine Blumeninsel im Atlantik

Der Weg ans Meer ist auf der kleinen Insel Madeira nie wirklich weit. Wenn man dabei jedoch an Sandstrand und Badehose denkt, dann liegt man falsch. Madeira besitzt nur einen einzigen Sandstrand, und der ist zudem noch künstlich mit Sand aus Marokko aufgeschüttet.

Nein, Madeira ist vielmehr eine immergrüne Oase aus Lorbeerwald und tropischer Blütenpracht inmitten des tiefblauen Atlantik. Ringsherum fällt die Küste steil ins Meer und in der Mitte erheben sich Berge auf bis zu 1861m Höhe. Ein Paradies für Bergwanderer! Besonders beliebt sind Touren entlang der Wasserkanäle, den Levadas, die das Wasser aus dem regenreichen Norden und aus den Bergen transportieren.
Der Klassiker unter den Levada-Wanderungen ist eine Feuchttour von Ribeiro Frio nach Portela. Madeira zog uns mit diesem 11km langen Weg schon zu Beginn der Reise in seinen Bann: Üppige Vegetation, Lorbeer-Bergwald, steile Schluchten, Felsentunnel und Rinnsale – überall tropft und gluckert es. Am Ziel angekommen waren unsere Klamotten durchnässt und schmutzig – ein tolles Erlebnis!

Wer höher hinauf möchte, sollte auf den höchsten Gipfel Madeiras klettern – den Pico Ruivo. Der Aufstieg ist recht einfach und innerhalb einer Stunde zu schaffen. Bei schönem Wetter hat man eine grandiose Rundumsicht. Ein weitaus spektakulärer Höhenweg führt vom Pico do Arieiro auf den Pico Ruivo. Dieser Weg verbindet die drei höchsten Gipfel miteinander. Ansonsten gibt es auf Madeira unzählige Wanderrouten – von relaxed bis abenteuerlich. Einen guten Überblick gibt der Rother Wanderführer Madeira.

Wem es nach den anstrengenden Wanderungen nach einem Bad im Meer dürstet, der sollte nach Porto Moniz fahren. Die Brandung hat einen wunderschönen Natur-Pool in das Lava-Gestein „gefressen“.
Generell empfiehlt sich, einen Wagen auf Madeira zu mieten. Der Wagen sollte nicht zu groß sein, denn es gibt in den Dörfern extrem enge Gassen. Und da jeder Ort der Insel in überschaubarer Zeit zu erreichen ist, kann man sich rund um Funchal eine der wunderschönen Quintas, ehemalige britische Herrenhäuser, zur Übernachtung aussuchen. Unsere Wahl fiel auf das Hotel Quinta do Monte. Es liegt oberhalb von Funchal in Monte, ist in einen prächtigen Garten eingebettet und bietet einen tollen Blick über die Stadt. Gleich vor dem Hotel starten auch die berühmten Korbschlitten, mit denen man rasant ins Tal gefahren werden kann.

Funchal selbst ist eine wunderschöne, alte Stadt und es lohnt sich, auch die Gassen und den Hafen zu erkunden. Dabei solltet Ihr auch einen Abstecher in eine der Weinkellereien machen. Zwar ist der Madeirawein nicht jedermanns Sache, aber probieren sollte man ihn auf jeden Fall.

Wem bei Madeira bisher statt einer wunderschönen Wanderinsel eher britische Rentner in den Sinn kamen, dem können wir sagen, dass auch er Recht hat! Die Insel wimmelt nur so von rüstigen Briten, allerdings hauptsächlich in und um Funchal. Letztlich tragen aber auch deswegen die alten Herrenhäuser und die traditionsreichen Hotels wie das Reid’s Palace zum besonderen Flair Funchals bei.

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