veröffentlicht in Australien, Ozeanien
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Fernab der Zivilisation

Dürre, Hitze, rote Erde und Staub – das australische Outback gilt als menschenfeindliches Gebiet, in dem manchmal jahrelang der Regen ausbleibt und im Sommer Temperaturen über 50 °C herrschen. Und dennoch konnten hier vor rund 40.000-60.000 Jahren Australiens Ureinwohner, die Aborigines, Fuß fassen! Im Gespräch mit ihnen vor Ort (Alice Springs und am Ayers Rock) lerne ich viel über die Geologie und Geschichte des Landes, ihre Kultur und ihren Glauben. Während ich zuhöre, tut es mir richtig leid, was aus diesem Volk geworden ist! Kaum einer meiner Gesprächspartner scheint gesund, dafür sind die Körper zu aufgequollen vom übermäßigen Alkoholkonsum. Lebensfrohe Gesichter sehen anders aus.

Und trotzdem: Dieser hautnahe Kontakt und das Erlebnis, den berühmten Ayers Rock, von den Aborigines “Uluru” genannt, beim Sonnenauf- und -untergang zu beobachten, wird für immer unvergessen bleiben. Was für ein Naturspektakel, zu sehen, wie dieser gigantische ”Sandstein-Berg” innerhalb weniger Minuten in der Abendsonne seine Farben von blutorange zu dunkelrot und dunkelbraun wechselt. Mein Wunsch ihn zu besteigen ist groß, sehr groß!, der Respekt vor dem lokalen Anangu-Stamm und ihrem Wunsch ihr Heiligtum nicht zu besteigen, aber noch viel größer. Der Aufstieg ist zwar nicht verboten, demnach klettern auch jährlich Hunderte hinauf, manche riskierten dabei bislang aber auch ihr Leben. Ein Rundgang auf gut markierten, und unterschiedlich langen Wanderwegen (“walks”) ist eine schöne Alternative. Einige heilige Stätten sind zwar für Touristen nicht zugänglich, und dennoch läuft man an diversen, gut erhaltenen Felszeichnungen der Aborigines vorbei und begreift bei 2-4 Stunden Wanderung wie riesig dieser “Brocken” eigentlich ist.

Ich verzichte auf Komfort und suche das Abenteuer. Ich schließe mich einer 5-tägigen Jeeptour an mit dichtem, abenteuerlichen Programm und weiten Wegen “on- and off-road”. Neben dem “Uluru” bietet das Outback noch weitere Highlights: Kilometer lange Wanderungen durch den Kings Canyon und seinen Schluchten, wo ich doch tatsächlich meinen Ekel überwinde und knatschgrüne Ameisen esse (sie schmecken nach Zitrone! gar nicht schlecht!) sowie den Olgas, aus der Ferne wie riesige Murmelköpfe aussehende Steinformationen. Auf dem Territorium einer Rinderfarm (hat die Größe Belgiens) verbringe ich eingehüllt in einem “Swag” (winddichter Schlafsack mit integrierter Matratze) bei kalten zwei Grad fünf Nächte. Den Gedanken an “Tierchen”, die während meines Schlafs in den Swag kriechen KÖNNTEN, verdränge ich. Den Blick Richtung Himmel gerichtet, bewundere ich Nacht für Nacht Millionen Sterne, dutzende Sternschnuppen und das Kreuz des Südens. Ein paar Meter entfernt flackert das Lagerfeuer, über dem wir kurz vorher noch Marshmellows am Stiel “gebraten” haben. In der Ferne jaulen Dingos, zirpen Grillen. Bei Sonnenaufgang bauen wir unser Camp ab, sammeln schon Feuerholz für den Abend. Es ist Juli (Winter in Australien) und für die kommende Nacht sind nur 0 Grad angesagt. Von wegen im Outback ist es immer nur brüllend heiß!!!

Der ”red centre” mit seinem Ayers Rock ist ein Wahrzeichen Australiens und – wenn man die Zeit hat – eindeutig eine Reise wert! Viele Australier belächelten mich bei dieser Aussage mit dem Kommentar “But why? There is nothing to see!” Man muss einfach diese Stille und Weite des Outbacks gesehen und gefühlt haben. Es ist ein geheimnisvoller, für Aborigines spiritueller Ort, eine andere Welt, und ich bin froh, dass ich dort sein durfte.

1 Kommentar
  1. Caren schrieb
    21. Juli 2014 - 13:13:30

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